Der Orthovita Knie-Guide
Richtig anlegen. Richtig einstellen. Länger tragen.
Alles, was wir aus den Fragen unserer Kunden gelernt haben — in zehn Minuten gelesen.
1. Die richtige Größe
Die Größe richtet sich nach deinem Körpergewicht. Du brauchst kein Maßband.
| S | 50–60 kg |
| M | 61–75 kg |
| L | 76–90 kg |
| XL | 91–110 kg |
| XXL | über 110 kg |
Liegst du zwischen zwei Größen? Nimm die größere. Eine zu kleine Bandage drückt, eine leicht größere ziehst du über das Drehrad einfach fester.
2. Anlegen in 4 Schritten
1. Hinsetzen, Bein leicht beugen.
Nicht im Stehen anlegen — im Sitzen liegt das Knie entspannter und die Bandage findet ihre Position.
2. Von unten hochziehen.
Über die Wade nach oben ziehen, nicht von oben überstülpen.
3. Kniescheibe mittig ausrichten.
Die Kniescheibe gehört mittig ins Gelpolster. Das ist der Schritt, den die meisten überspringen — und der häufigste Grund, warum eine Bandage drückt.
4. Seitenstabilisatoren prüfen.
Die beiden Schienen müssen wirklich seitlich auf Gelenkhöhe liegen, nicht nach vorn oder hinten verrutscht.
Wichtig: Direkt auf der Haut tragen, nicht über der Hose. Der Silikon-Grip braucht Hautkontakt, sonst rutscht die Bandage.
3. Das Drehrad einstellen — die 3-Punkt-Regel
Ein Klettverschluss kennt praktisch nur zwei Zustände: fest genug, dass es drückt, oder locker genug, dass es rutscht. Das Drehrad arbeitet stufenlos — und genau das nutzt du so:
Erstens: Im Sitzen locker vorspannen.
Zweitens: Aufstehen und nachziehen, bis es satt sitzt.
Drittens: Nach zehn Minuten Gehen ein letztes Mal korrigieren.
Der dritte Schritt ist der wichtigste. Muskulatur und Gewebe verändern sich unter Belastung — was im Sitzen perfekt saß, ist nach zehn Minuten oft eine Spur zu locker.
4. Wann fester, wann lockerer
Spaziergang und Treppen: fester. Hier brauchst du Führung.
Langes Sitzen und Autofahren: lockerer. Im gebeugten Knie staut sich sonst Druck in der Kniekehle.
Gartenarbeit und Heben: fester, aber nicht maximal.
Nachts: abnehmen. Eine Bandage gehört nicht in den Schlaf.
5. Die 5 häufigsten Fehler
Sie rutscht nach unten. Entweder zu locker eingestellt oder über der Hose getragen. Der Silikon-Grip greift nur auf der Haut.
Sie drückt in der Kniekehle. Zu hoch angelegt. Ein Stück nach unten korrigieren.
Die Kniescheibe sitzt schief. Bandage öffnen, neu ausrichten, erst dann wieder zudrehen.
Taubheitsgefühl oder Kribbeln. Zu fest. Sofort ein paar Klicks lösen. Fester ist nicht besser.
Sie fühlt sich nach einer Stunde anders an. Das ist normal — deshalb die 3-Punkt-Regel. Kurz nachjustieren genügt.
6. Bewegung im Alltag
Bitte zuerst lesen: Die folgenden Bewegungen sind allgemeine Alltagsbewegungen, kein Trainingsplan und keine Therapie. Bei Schmerzen, Schwellungen oder nach einer Operation kläre das bitte vorher ärztlich ab.
Fersenrutschen im Sitzen. Fuß auf dem Boden nach vorn und zurück schieben.
Wadenheben am Stuhl. Festhalten, langsam auf die Zehenspitzen und wieder ab.
Gewichtsverlagerung im Stand. Ruhig von einem Bein aufs andere.
Gehen in ebenem Gelände. Die unspektakulärste und meistunterschätzte Bewegung.
7. Pflege und Haltbarkeit
Drehrad lösen, Handwäsche bei 30 °C, an der Luft trocknen. Nicht in den Trockner, nicht auf die Heizung — Hitze zerstört die Elastik und den Silikon-Grip.
Den Silikon-Grip gelegentlich mit klarem Wasser abspülen. Hautfett setzt sich dort ab und die Haftung lässt nach.
Warum zwei Bandagen länger halten als eine: Material braucht Erholung. Wer täglich dieselbe Bandage trägt, dehnt sie dauerhaft aus. Zwei im Wechsel halten zusammen deutlich länger als eine allein.
Noch Fragen?
90 Tage Geld-zurück-Garantie. Wenn die Bandage nicht zu dir passt, schreib uns. Geld zurück, ohne Kleingedrucktes.
Bei Fragen zur Einstellung oder Passform antworte einfach auf eine unserer E-Mails oder nutze das Kontaktformular. Du bekommst eine Antwort von einem Menschen.
Dieser Guide ersetzt keine ärztliche Beratung.